Nadja Alber zu Gast bei den Frauenwirtschaftstagen 2017 in Baden-Baden

Unter dem Thema Chancen durch Digitalisierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fand am 21.10.2017 die Veranstaltung im Rathaus Baden-Baden statt.
Margret Mergen, Oberbürgermeisterin Baden-Baden, begrüßte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Vormittags.
Die Veranstaltung bot neben einem Impulsvortrag von Frauke Goll, Leiterin DIZ Digitales Innovationszentrum FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe eine Diskussionsrunde zum Thema „Ist Digitalisierung mehr als Homeoffice?“, zu der Nadja Alber eingeladen war, Informationen rund um den Themenkomplex Arbeiten 4.0 mit dem Schwerpunkt auf der Nutzung der in der Familienzeit erworbenen Kompetenzen.

Mehr dazu unter: Frauenwirtschaftstage in Baden-Baden

Zu Gast beim dreiCday in Karlsruhe

Creative Collaboration Culture – dafür steht dreiC. Für uns interessant genug, um uns für die Veranstaltung am 20.10.2017 in Karlsruhe anzumelden. Denn es passt zu dem, was wir auch für die Neue Vereinbarkeit als notwendig erachten. Kreative Lösungen um z. B. Jobsharingmodelle zu etablieren, Zusammenarbeit die von Wertschätzung für Vielfalt geprägt ist und eine Kultur, die nach Win-Win-Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter strebt.
Wir waren von den präsentierten Inhalten und den spannenden Open Space Sessions sehr angetan. Überzeugt hat uns auch die Lokation. Auch die Räumlichkeiten der Karlshochschule waren sehr gut für eine Veranstaltung dieser Art geeignet.

Mehr Mut für die Digitale Zukunft

Das war die Kernbotschaft, die wir vom Wirtschaftsforum „Digitale Zukunft – chancenreich und chancengleich“ am 9. Oktober im Haus der Wirtschaft in Stuttgart mitgenommen haben.

Sowohl die Eröffnungsrede von Frau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau als auch viele weitere Vorträge und Podiumsdiskussionen zielten in diese Richtung: die Chancen der Digitalisierung mutig zu nutzen. Und zwar sowohl als Unternehmen und als Arbeitnehmer.

Digitalisierung ist ein Mindset Change. Es geht um die Unternehmenskultur. Und darum die Angst zu überwinden. Diese ist der größte Innovationskiller. Um Angst zu überwinden braucht es Vertrauen. Vertrauen setzt Verstehen voraus. Nur wenn wir verstehen, was Digitalisierung bedeutet - für die Gesellschaft und jeden Einzelnen, können wir Vertrauen aufbauen und die Chancen sehen und ergreifen. Wir brauchen dafür mehr digitale Aus- und Weiterbildung für alle.

Es wurde auch deutlich, dass in Zukunft nicht mehr das (Fach)Wissen entscheidend ist, um erfolgreich im Beruf zu sein. Vielmehr geht es darum Kompetenzen wie Zeitmanagement, Priorisierung, Fokussierung, Analytik, Problemlösungsfähigkeiten, Erkennen von Zusammenhängen und Angstfreiheit zu stärken. Auf Basis dieser Kompetenzen lassen sich die Chancen der Digitalisierung am besten nutzen.

Ein Beispiel, das uns beeindruckt hat: Mutig eine digitale Chance genutzt haben aus unserer Sicht die Gründerinnen von Tandemploy. Beide haben voller Mut und Überzeugung ein Startup auf den Weg gebracht, das Unternehmen dabei unterstützt, flexible Arbeitsmodelle aktiv zu fördern und Jobsharingmodelle umzusetzen. Und damit Menschen die Möglichkeit zu geben, Tandempartner zu finden, mit denen sie spannende und Aufgaben teilen können.

Etwas kontrovers wurde das Thema des flexiblen Arbeitsortes diskutiert. Die Digitalisierung ermöglicht es, dass immer mehr Tätigkeiten unabhängig vom Arbeitsort erledigt werden können. Homeoffice und mobiles Arbeiten halten immer mehr Einzug in viele Unternehmen. Ein Gewinn: weniger Zeitaufwand, um zur Arbeit zu kommen. Diese Zeit kann für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben genutzt werden. Ein Risiko: es kann zur Isolation im Homeoffice und zu einer verstärkten Entgrenzung von Arbeit und Privatleben kommen. Einige Teilnehmer, deren Unternehmen verstärkt auf Teamarbeit setzen, sehen es eher skeptisch, wenn die Teams nicht in einem Raum zusammenarbeiten. Wir hoffen, dass es in naher Zukunft selbstverständlich ist, dass Beschäftigte auf Wunsch mobil Arbeiten können, sofern die Tätigkeit dies grundsätzlich zulässt.

Nadja Alber wird ELvisory am Samstag, den 21. Oktober 2017 bei der Veranstaltung Chancen durch Digitalisierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Rahmen der Frauenwirtschaftstage in Baden-Baden auf dem Podium vertreten.

Rechtsanspruch für Betreuung von Kindern im Grundschulalter und darüber hinaus

So ziemlich jede Zeitung greift heute das Thema ‚Betreuung für Kinder im Grundschulalter‘ auf. Eine Studie hat gezeigt, dass hier dringender Nachholbedarf besteht. In den letzten Jahren wurde sehr viel investiert in die Betreuung von Kleinkindern - was gut ist. Und auch noch weitere Investitionen erfordert. Insbesondere im Hinblick auf die Qualität der Betreuung und die notwendige gesellschaftliche Anerkennung derjenigen, die als Erzieherinnen und Erzieher tagtäglich wertvolle Zukunftsarbeit leisten.

Aus unserer Sicht ist jedoch auch das Grundschulalter ‚zu kurz‘ gesprungen. Mindestens die 5te und 6te Klasse muss noch mit abgedeckt werden. In den meisten Bundesländern findet ab der 5ten Klasse der Übertritt in die weiterführende Schule statt. Und unsere Erfahrung zeigt, dass gerade dann viele Mütter ihre Arbeitszeit reduzieren. Der Schulwechsel ist für viele Familien eine große Herausforderung, da die Kinder nicht nur eine andere Umgebung, sondern auch neue Lehrer und neue Mitschüler verarbeiten müssen. Noch mehr als in der Grundschule wird Leistung erwartet - meist von den Eltern. Aber auch von den Schulen. Gerade Gymnasien ‚sieben‘ häufig, da es in den meisten Bundesländern keine verbindliche Gymnasialempfehlung mehr gibt. Daher werden Mütter häufig zu Nachhilfelehrern, damit die Kinder den neuen Herausforderungen gerecht werden. Das tut häufig der Beziehung nicht gut, der Karriere der Mutter meist auch nicht. Um die Familien besser zu unterstützen und Kindern mehr Chancengleichheit zu sichern, sollte daher ‚Betreuung für Kinder‘ auf jeden Fall bis zum Ende der 6ten Klasse umgesetzt werden. Und zwar nicht in Form von Aufbewahrung, sondern von hochwertigen Bildungsangeboten, die dazu beitragen, die Kinder gut auf das Leben vorzubereiten.

 https://bildungsklick.de/schule/meldung/wir-brauchen-einen-rechtsanspruch-auf-betreuung-fuer-kinder-im-grundschulalter/

Termine – Weiterbildung zum Elterguide in Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar

Während Unternehmen heftig um die besten Fach- und Führungskräfte ringen, möchten Eltern heute ihre Erziehungs- und Familienaufgaben partnerschaftlich meistern. Mit unserem Angebot – der Qualifizierung zum Elternguide – bieten wir Arbeitgebern ein weiteres Instrument an, um ihre familienbewusste Personalarbeit nachhaltig auszubauen. Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten mit Kind unterstützen möchten, können eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter in der zweitägigen Qualifizierung zum innerbetrieblichen Ansprechpartner, dem „Elternguide“, ausbilden lassen. Der Elternguide begleitet Führungskräfte und sämtliche Beschäftigten in allen Fragen der Vereinbarkeit. Er informiert zu Mutterschutz und Mutterschaftsgeld, Elternzeit und Elterngeld, Wiedereinstieg und vielem mehr. Zudem berät er kompetent zu unternehmensinternen Regelungen, gibt Orientierung zu Kinderbetreuung und vermittelt an Anlaufstellen.

Alle Elternguides können in ein Netzwerk aufgenommen werden, wo sie vom regelmäßigen Informationsaustauch profitieren und ihr Wissen stets aktuell halten.

Weitere Informationen zur Weiterbildung.

ELvisory bietet die Veranstaltung in Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar zu folgenden Terminen an:

13. und 26. Oktober 2017, jeweils von 9.00 bis 18.00 bzw. 17 Uhr, in den Räumen der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH in Mannheim, N 7, 5-6 (ausgebucht)

22. Februar und 8. März 2018, jeweils von 9.00 bis 18.00 bzw. 17 Uhr, in den Räumen der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH in Mannheim, N 7, 5-6

Interessierte wenden sich bitte an Alice Güntert (Telefon: 0621 12987-41 und E-Mail: alice.guentert@m-r-n.com)

Zu Gast bei den Ludwigshafener Personalgesprächen

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, zu Gast bei den Ludwigshafener Personalgesprächen zu sein. Gastgeberin Frau Prof. Dr. Rump lieferte sich ein spannendes und unterhaltsames „Duell“ mit ihrem Gast Martin Gaedt

Im „HR-Mambo“ hatten beide Teilnehmer auf der Bühne je 4 Minuten Zeit, ihre Meinung zu den Begriffen „Musterbruch“, „DNA“, „work-life-balance“ und „Generation Y / Z“ mit dem Publikum zu teilen.

Während Herr Gaedt sehr anschaulich mit unterschiedlichen Duplofiguren und Tieren die DNA unterschiedlicher Unternehmen zu einem Cocktail mixte, stimmt Frau Prof. Dr. Rump alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr nachdenklich mit ihrer Definition von „work-life-balance“ und der dahinterstehenden Frage, ob sie selbst noch in dem bisherigen Tempo bis zur Rente arbeiten könne und wolle.

Wie die Generationen künftig miteinander arbeiten können, kommentierte eine Zuschauerin aus der Generation Z, die der Meinung war, dass die Sprache sowie die Interessen der Generationen sehr unterschiedlich sind. Sie appellierte an die ältere Generation sich auch mit den Themen der Jüngeren auseinander zu setzen:
„Man muss nicht immer über Donald Trump oder den G8 Gipfel sprechen; man kann auch einfach mal über Mode reden.“ Dies war zwar ein amüsanter Beitrag; stärkte jedoch nicht mein Vertrauen in die kommende Generation. Ich hoffe, dass die in den Medien häufig verbreitete Meinung über die Generation y und Z nur bedingt stimmen; andernfalls nimmt der Fachkräftemangel sicherlich rasant zu.

ELvisory beim 10. Unternehmenstag von Erfolgsfaktor Familie

Als Mitglied des Netzwerkes „Erfolgsfaktor Familie“ haben wir an dieser Veranstaltung teilgenommen. Es ist ein schöner Erfolg, dass mittlerweile 6500 Unternehmen Mitglied des Netzwerkes sind. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass sich noch sehr viel mehr Unternehmen diesem Netzwerk anschliessen sollten, da das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer mehr Bedeutung gewinnt. Das zeigt auch die jüngste Mitteilung der Europäischen Kommission.
Leider konnte Frau Schwesig nicht wie ursprünglich geplant an der Veranstaltung teilnehmen. Wir hätten uns gerne persönlich bei ihr für ihre Arbeit in den letzten Jahren bedankt, denn sie hat aus unserer Sicht viel Gutes auf den Weg gebracht, um Familien besser zu unterstützen. Wir wünschen ihr für ihre neue Aufgabe viel Erfolg.
Ein echtes Highlight der Veranstaltung war der Beitrag von Frau Renate Schmidt, Familienministerin a. D.   Sie hat in sehr erfrischender und überzeugender Weise vorgetragen, wie es gelingen kann, Väter verstärkt an der Familienarbeit teilhaben zu lassen.
Etwas schade fanden wir, dass es für uns fast keine neuen Inhalte gab und die von uns besuchten Workshops die Teilnehmer nicht so wirklich 'in Aktion' gebracht haben.
Ein aus unserer Sicht sehr guter Ansatz sind die aktuellen Aktivitäten rund um das Thema Familienkompetenzen. Obwohl das BMFSFJ dazu bereits im Jahr 2000 eine Veröffentlichung publiziert hat, wurde in den letzten Jahren leider sehr wenig getan, um diesen Ansatz voranzutreiben. Es geht darum, außerberuflich erworbene Fähigkeiten zu messen und damit ein Bewusstsein in den Unternehmen zu schaffen, diese Mitarbeiter-Kompetenzen zu ermitteln und gezielt für den Unternehmenserfolg zu nutzen. Dazu passend hat Joachim E. Lask sein neues Buch 'Gute Eltern sind bessere Mitarbeiter' vorgestellt. Wir wissen aus eigener Erfahrung mit unseren Kindern und ebenfalls berufstätigen Partnern, dass z. B. Verhandlungskompetenz und Konfliktfähigkeit im familiären Umfeld regelmäßig trainiert werden.
Die Veranstaltung war für uns eine sehr gute Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen und Rückmeldung zu unseren Angeboten von den anwesenden Experten zu erhalten. Insbesondere die Ausbildung zum Elternguide stieß bei unseren Gesprächspartnern auf großes Interesse, da auch hier der Netzwerkgedanke eine wesentliche Rolle spielt.

Im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin

ELvisory kooperiert mit New Work Families

Anfang des Jahres wurden wir auf eine neue, spannende Initiative aufmerksam, die uns sofort angesprochen hat. New Work Families ist ein neues Netzwerk, das angelehnt an die New Work Initiative entstanden ist und dessen Ziel es ist, gemeinsam neue Wege zu finden, selbstbestimmt und sinngetreu zu arbeiten und zu leben. Da ich schon seit vielen Jahren in der 'agilen Welt' unterwegs bin und mich intensiv mit New Work auseinandergesetzt habe, war es nur logisch, Kontakt zu Alexander Tornow, dem Initiator von New Work Families aufzunehmen. Wir waren spontan auf einer Wellenlänge und dann auch zu Gast bei dem ersten WeMeet-Treffen in den Räumen von COWOKI in Köln, das von Alexander moderiert wurde. Es war eine wirklich tolle Atmosphäre mit intensiver Diskussion und für uns war danach klar, dass wir uns bei New Work Families aktiv engagieren wollen. Daher haben wir vereinbart, dass wir für die Metropolregion Rhein-Neckar und für Karlsruhe Aktivitäten etablieren werden. Sobald wir die geeigneten Räumlichkeiten gefunden haben, werden wir erste WeMeet’s durchführen und freuen uns schon jetzt auf inspirierende Treffen mit intensivem Erfahrungsaustausch und kreativen Ideen.

In den Räumen von COWOKI mit Alexander Tornow

Individualität und eigene Entscheidungen von Familien sollten mehr Berücksichtigung finden

-        Fazit zur OECD Studie "Dare to Share" -

Die Studie ist wahrlich keine gut zu lesende Lektüre. Dies liegt zum einen an mehrfachen Dopplungen und sich teilweise widersprechenden Aussagen. Ich vermute, dass die einzelnen Kapitel von unterschiedlichen Autoren verfasst wurden und mir scheint, diese waren untereinander nicht gut abgestimmt. Vielleicht sollten die häufigen Wiederholungen auch dazu dienen, den Leser in einem neuen Kapitel „abzuholen“, so dass auch das Lesen eines einzelnen Kapitels Sinn macht. Dies wird jedoch nirgends erwähnt und sollte es die Intention der Verfasser gewesen sein, ist diese leider nicht geglückt. Vielmehr wird das Lesen erschwert und der Leser zunehmend entnervt.

Wissenschaftlich gesehen finde ich es besonders problematisch, dass in der Studie mit vagen Aussagen wie ein nicht unerheblicher Teil, verbreitet, im Durchschnitt, relativ lange, relativ kurze gearbeitet wird, statt mit für sich sprechenden Zahlen. Hinzu kommt, dass thematisch passende Thesen nicht zusammenhängend dargestellt sondern über etliche Kapitel verteilt werden. Mir scheint es, als werden bestimmte Angaben an Stellen gemacht (oder eben nicht), um gewünschte Wirkungen zu erzielen. Es bleibt ein fader Beigeschmack, dass der Leser verwirrt oder beeinflusst werden soll. Dieser wird verstärkt, da die Studie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezuschusst wurde. Wie bereits zu Beginn der Studie erwähnt, soll der Bericht „die Bundesregierung bei ihren Anstrengungen zur Förderung von mehr Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf unterstützen.“ Gerade deswegen sollte eine wissenschaftlich fundierte Studie alle (nicht) vorhandenen Maßnahmen kritisch beleuchten und die Kritik auch mittels Daten belegt werden. Dies fehlt mir hier leider. Hingegen werden teilweise Empfehlungen gemacht, mit denen sich die Studie merkwürdigerweise inhaltlich nur mit ganz wenigen Sätzen befasst oder gar kaum auseinandersetzt (Bsp.: Die Empfehlung auf einen Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit oder die außerschulische Betreuung für Kinder im Grundschulalter).

Ich hatte mir einige neue Impulse, Zahlen, Daten und Fakten erhofft. An mancher Stelle wurde meine Neugier zwar geweckt, jedoch fehlten dann weitere Erläuterungen oder Zahlen, um die sich mir ergebenden Fragen nach dem „warum“ zu beantworten.

Beispielhaft sei hier erwähnt:

-        „In den neuen Bundesländern hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigung unter den erwerbstätigen Müttern zwischen 1995 und 2012 fast verdoppelt, von 23% auf 44%.“ Das ist eine interessante Tatsache, da doch das öffentliche Kinderbetreuungsangebot in den neuen Bundesländern gerade in den Jahren bis zum starken Ausbau in den alten Bundesländern deutlich höher war. Bedauerlicherweise werden hier keine möglichen Erklärungen gegeben.

-        Frauen in Norwegen wenden demnach 210 Minuten für unbezahlte Arbeit auf; Männer 160 Minuten. Auf einen Haushalt bezogen müsste dies im Durchschnitt heißen, dass 370 Minuten am Tag für unbezahlte Arbeit aufgebracht werden. In Korea sind es dagegen nur 230 plus 45 Minuten, d.h. zusammen 275 Minuten. Auch hier hätte ich mir eine nähere Erklärung gewünscht. Werden in Korea mehr haushaltsnahe Dienstleistungen eingekauft oder übernehmen andere Familienmitglieder wie z.B. Großeltern oder Kinder einen Teil der Arbeit?

-        2014 lebten rund 83,1% der Kinder in einem Haushalt mit zwei Elternteilen. Interessant ist, dass in Deutschland deutlich mehr Kinder bei verheirateten Eltern aufwachsen als in vielen anderen europäischen OECD-Ländern. 2014 lebten rund 75,6% der Kinder in Deutschland mit zwei verheirateten Elternteilen zusammen, verglichen mit weniger als 60% in Frankreich und vielen nordeuropäischen OECD-Ländern (Estland, Island, Norwegen und Schweden). Gleichzeitig wachsen mehr Kinder bei zwei unverheiratet zusammenlebenden Elternteilen auf. Hier hätte ich die Zahl der Eheschließungen und Scheidungsraten interessant gefunden; d.h. wachsen in Deutschland mehr Kinder bei verheirateten, leiblichen Eltern auf, weil mehr Eltern heiraten oder weil die Scheidungsraten geringer sind als in anderen OECD Ländern? Oder sind die Scheidungsraten zwar hoch, aber gleichzeitig auch die Wiederverheiratungsraten, so dass  Kinder zwar häufig mit zwei verheirateten Elternteilen aufwachsen, ein Elternteil jedoch nicht das leibliche ist?

-        Väter nehmen eigenen Angaben zufolge seltener Elternzeit, weil sie Karriereeinbußen befürchten.  Hier hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, warum Väter dies so empfinden und hinnehmen müssen. Zudem fehlt mir hier auch eine Empfehlung an die Politik. Wie sollen Väter unter diesen Voraussetzungen ermutigt werden, (längere) Elternzeit zu nehmen?

Wichtig wäre auch ein Hinweis gewesen, dass einzelne Maßnahmen für sich nicht die gewünschte Wirkung von mehr Partnerschaftlichkeit erzielen, sondern dass dies nur durch die Summe vieler unterschiedlicher Maßnahmen erzielt werden kann. Beispielhaft soll hier erwähnt werden, dass durch den Ausbau der Kinderbetreuung Frauen zwar mehr Zeit für die Erwerbsarbeit haben, hierdurch aber kein Anreiz gesetzt wird, dass die Väter sich stärker an der Kinderbetreuung beteiligen.

Für alle, die sich – aus unterschiedlichen Gründen – mehr Partnerschaftlichkeit wünschen, zeigt die Studie zumindest auf, was mögliche Wege zu einer Verbesserung sein könnten; auch wenn diese leider nicht immer in der eigenen Hand, bzw. in der Hand der Partner liegen. Doch was ist mit den Eltern, die sich gar nicht mehr Partnerschaftlichkeit wünschen? Wie auch die Studie zugeben muss, gibt es nach wie vor Frauen, die nicht oder nicht mehr Stunden arbeiten möchten. Mag sein, dass sie dies nicht möchten, weil sie so viele andere Verpflichtungen haben und der Mann zeitlich wenig verfügbar ist. Mag aber auch sein, dass sie sich ihr Modell unabhängig von Rollenklischees, gesellschaftlichen Normen, Anforderungen der Politik und sogar auch mit dem Wissen um das Risiko im Falle einer Scheidung genauso und mit voller Absicht ausgesucht haben. Weil sie einfach gerne viel Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten und weil sie sich einfach gerne um ihre Familie kümmern. Forderungen oder auch nur Gedanken, wie diese Gruppe unterstützt werden kann, werden einfach nicht gemacht. Meiner Meinung nach sollte jeder Familie das notwendige Wissen zur Verfügung gestellt werden, um eigene Entscheidungen abzuschätzen und tragbar zu machen. Gleichzeitig sollte jede Familie die Möglichkeit haben, ihr Leben so zu gestalten, wie es für alle Familienmitglieder am besten ist, ohne gleich einem Stigma zu erliegen. Politische Maßnahmen sollten daher die individuellen Bedürfnisse der Familien im Blick haben und weniger eigene Interessen verfolgen.

 

Zusammenfassung des 6. und letzten Kapitels der OECD Studie zum Thema Partnerschaftlichkeit

Das letzte Kapitel der OECD Studie befasst sich mit dem Vergleich des Geburtenverhaltens in Deutschland und Frankreich. „Ziel ist es zu untersuchen, wie Deutschland sich von den französischen Praktiken und Politikern inspirieren lassen könnte, um die partnerschaftliche Aufgabenteilung in Familie und Beruf zu stärken und so dafür zu sorgen, dass sich beruflicher Erfolg und Elternschaft besser vereinbaren lassen.“[1] <Anmerkung: Auch dieses Kapitel wimmelt wieder von Dopplungen, die das Lesen erschweren und verlängern. Ich versuche, mich in der Zusammenfassung auf das Wesentliche zu beschränken.>

Weil durch eine gute Partnerschaftlichkeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird, kann mehr Partnerschaftlichkeit auch höhere Geburtenraten fördern. Interessant ist, „dass die Länder mit einer höheren Erwerbstätigenquote der Frauen auch zur Gruppe der Länder gehören, in denen die Geburtenraten bei nahezu 2 Kindern je Frau liegen.“[2]

 „Als entscheidende Faktoren für die Differenz zwischen den Geburtenraten in Frankreich und Deutschland werden die Auswirkungen der Mutterschaft auf die Erwerbstätigkeit und die Arbeitsstundenzahl der Frauen sowie die unterschiedlichen Einstellungen in den beiden Ländern zur Aufteilung von Erwerbsarbeit und Kindererziehung innerhalb der Paare identifiziert.“[3]

Die Unterschiede im Geburtenverhalten in beiden Ländern drücken sich auch in der endgültigen durchschnittlichen Kinderzahl aus, denn Frauen in Deutschland haben durchschnittlich weniger Kinder: Der Anteil mit zwei oder mehr Kindern liegt in Deutschland bei 39%, in Frankreich bei 44%.

Der wichtigste Umstand ist allerdings, dass in Frankreich wesentlich weniger Frauen bis zum Ende ihres gebärfähigen Alters kinderlos bleiben als in Deutschland. In Frankreich bleiben nur 13% der Frauen kinderlos. In den neuen Bundesländern ist dies in etwa gleich; in den alten Bundesländern sind rund 23% der in den späten 1960er und/oder frühen 1970er Jahren geborenen Frauen kinderlos.

„Kinderlosigkeit kann in Deutschland mit verschiedenen Faktoren in Zusammenhang gebracht werden Die Wahrscheinlichkeit der Kinderlosigkeit ist höher unter Frauen mit hohem Bildungsniveau und ohne Migrationshintergrund, die Vollzeit arbeiten und in städtischen Räumen leben. Der Kinderlosenanteil ist beispielsweise unter Frauen mit niedrigem Bildungsniveau mit 15% fast halb so hoch wie unter Frauen mit Hochschulabschluss (27%), wobei Frauen mit Migrationshintergrund einen großen Teil der Frauen mit niedrigem Bildungsniveau stellen. In westdeutschen Städten beträgt der Anteil der Kinderlosen unter Frauen mit hohem Bildungsniveau ohne Migrationshintergrund 38%, und er erhöht sich auf 48%, wenn diese Frauen zudem in Vollzeit arbeiten.“[4]

Somit „hat das deutlich gestiegene Bildungsniveau der Frauen zur Folge, dass sich für sie die Kosten einer Unterbrechung der beruflichen Laufbahn wegen Schwangerschaft und/ oder Kindererziehung erhöhen. Zweitens ist es für Frauen angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Instabilität sowie des Risikos der Trennung vom Partner zunehmend wichtig, ihre Arbeitsmarktsituation zu sichern, bevor sie eine Familie gründen.“[5]<Anmerkung: Ich habe eine These bezüglich des 2008 geänderten Unterhaltsrechts in einem Interview mit der Scheidungsanwältin Helene Klar gelesen, die mich zumindest nachdenklich stimmt. Sie sagt: „Wenn man wirklich wollte, dass Frauen dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben, müsste man die Unterhaltsansprüche erhöhen und nicht abschaffen. Wenn es für den Mann nach der Trennung teurer wird, weil sie nicht erwerbstätig ist, wird er sagen, ich bringe die Kinder in den Kindergarten und Du arbeitest weiter. Denn wenn beide gleich verdienen, muss er nie Unterhalt zahlen. Aber er muss vorher was dafür leisten.“[6] >

Die Kinderlosigkeit in Deutschland wird in der Studie auf eine schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückgeführt, denn „eine nicht unerhebliche Zahl von Frauen, die eine berufliche Karriere verfolgen wollen, bleibt kinderlos.“[7] <Anmerkung: was bedeutet hier „eine nicht unerhebliche Zahl“? Hier hätte ich mir Zahlen gewünscht um mir als Leser selbst ein Bild zu machen, ob die Zahl nun groß oder klein ist.>

Eine niedrige Fertilität und Kinderlosigkeit sind jedoch nicht immer Ausdruck persönlicher Präferenzen. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ist der Anteil der Frauen, die Kinderlosigkeit für sich persönlich als „ideal" betrachten, gering: Er beträgt 3% in Frankreich und 7% in Deutschland und ist somit deutlich geringer als der tatsächliche Anteil der Kinderlosen. Daraus kann geschlossen werden, dass viele Frauen in Frankreich, vor allem aber in Deutschland, ungewollt kinderlos sind.

„Ein weiterer Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland betrifft die ideale Kinderzahl. 2011 gab in Frankreich ein großer Teil der Frauen (45%) an, dass sie gerne mindestens drei Kinder hätten. In Deutschland betrug der entsprechende Prozentsatz nur 18%. Dort gaben zwei Drittel der Befragten an, dass sie zwei Kinder als ideal betrachten. [… ] seit Anfang der 2000er Jahre [erfolgt] eine Zunahme der Zahl der Kinder, die Erwachsene eigenen Angaben zufolge gerne hätten.“ Dies wird mit einer veränderten Wahrnehmung in Verbindung gebracht: „2013 betrachteten 33% der Deutschen ihr Land als kinderfreundlich, 2007 betrug dieser Anteil nur 25%, 2013 fühlten sich weniger Eltern von Kindern unter 3 Jahren finanziell eingeschränkt (48% gegenüber 36%), und der Anteil derjenigen, die es schwer fanden, Betreuung für ihre Kinder zu finden, war deutlich gesunken — von 29% im Jahr 2007 auf 13% im Jahr 2013.“[8]

Die Erwerbstätigenquoten der Frauen sinken in beiden Ländern mit steigender Kinderzahl, allerdings mit dem Unterschied, dass Mütter mit 1 oder 2 Kindern in Frankreich mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit erwerbstätig sind. Dies gilt auch für Mütter mit Kindern im Vorschulalter. Es sind zwar kaum noch Unterschiede bei den Erwerbstätigenquoten festzustellen, sobald das jüngste Kind in die Schule kommt; in der Zahl der Arbeitsstunden bestehen jedoch weiterhin Unterschiede. <Anmerkung: Die gesamte Studie – wie auch die politische Diskussion in Deutschland – beschäftigt sich meiner Meinung nach viel zu wenig mit den Themen von Eltern schulpflichtiger Kinder. Es scheint, als wäre die Familienpolitik auf Eltern mit kleinen Kindern beschränkt. Auch die Studie geht der Frage nach möglichen Ursachen für die unterschiedliche Anzahl von Wochenstunden erwerbstätiger Frauen mit schulpflichtigen Kindern leider nicht nach. In nur wenigen Sätzen, die etliche Seiten später folgen, wird festgestellt, dass außerschulische Betreuung in Frankreich besser ausgebaut ist und die Schulzeiten in Frankreich deutlich länger sind als in Deutschland.>

Mit der Anzahl der Wochenarbeitsstunden ist ein hoher Anteil der beschäftigten Frauen in Deutschland, die mehr als 35 Stunden pro Woche arbeiten und deren Partner ebenfalls in Vollzeit arbeitet, nicht zufrieden: Fast 3/4 würden gerne weniger arbeiten. In Frankreich (48%) sowie in Finnland, Norwegen und Schweden (rd. 40%) ist der Anteil deutlich niedriger. Frauen wünschen sich, dass ihr Partner durchschnittlich deutlich mehr Stunden pro Woche arbeitet als umgekehrt. Es ist anzunehmen, dass dieser Wunsch mit der in Deutschland stärker als in Frankreich vorherrschenden Ansicht einhergeht, „dass Männer sich erst einmal ein stabiles Einkommen sichern sollten, bevor sie heiraten und Kinder in die Welt setzen.“[9] Neben dem stabilen Einkommen haben „das Bildungsniveau und der Verdienst des männlichen Partners in Deutschland einen wesentlich größeren Einfluss auf das Geburtenverhalten […] als in Frankreich. Einkommensunterschiede zwischen den Partnern haben in Frankreich bei sonst gleichen Bedingungen keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Elternschaft. In Deutschland hingegen, wo der Verdienst des Mannes häufig als entscheidend für die erforderliche Einkommenssicherheit betrachtet wird, um Kinder zu haben, steigt die Wahrscheinlichkeit der Elternschaft erheblich, wenn der Mann deutlich mehr verdient als die Frau. Dieser starke Einfluss des Verdiensts des Mannes auf das Geburtenverhalten erklärt sich daraus, dass die Vorstellung, wonach der Mann für den Unterhalt der Familie aufkommen muss, sowie traditionelle Geschlechterrollen und Verhaltensmuster in Deutschland noch deutlich stärker verbreitet sind als in Frankreich.“[10]

 

Laut Studie könnten folgende Aspekte die Geburtenraten erhöhen:

  • Das gesetzte Ziel für den Ausbau des Kinderbetreuungsangebots. Eine Betreuungsquote von 39% könnte die Geburtenziffer von 1,4 auf 1,55 Kinder je Frau erhöhen.
  • Die Einführung eines vom Vater zu nehmenden Teils der Elternzeit. Denn diese schien in Schweden  – anders als in Norwegen -  zu einem erheblichen Anstieg der Fertilität geführt zu haben. Insbesondere wurde ein deutlicher Anstieg der Häufigkeit der Geburt eines zweiten oder dritten Kindes verzeichnet, vor allem in Niedrigeinkommenshaushalten.
  • Veränderungen der Beschäftigungsstrukturen. Diese gestatten Eltern, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.
  • Eine geschlechtergerechtere Aufteilung von Erwerbstätigkeit und Kindererziehung zwischen Müttern und Vätern.[11] Wenn Paare bereits ein Kind haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein zweites Kind bekommen, wenn sich die Väter stärker um die Kinder kümmern.

 

[1] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 211

[2] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 214

[3] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 213

[4] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 217

[5] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 219

[6] Familien, Süddeutsche Zeitung Magazin, 2016, S.159

[7] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 217

[8] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 218

[9] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 223

[10] OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 225

[11] Vgl. OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“, 2016, S. 226f.

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